Erstellen von Notfallplänen/-koffern


Eine häufige Begleiterscheinung eintretender dissoziativer Störungen oder auch eines für Traumatisierte typischen Übererregungsgrades ist der Druck, sich selbst zu verletzen oder sich selbst zu schaden. Prinzipiell ist auch dies eine Methode für den Betroffenen oder die Betroffene wieder ins „Hier und Jetzt“ zu kommen und unaushaltbare Erregungszustände zu beenden (Prinzip des guten Grundes).

Mit unseren Bewohnern werden individuelle Notfallpläne oder ggf. Notfallkoffer erarbeitet, die eine klare Vorgehensweise für den oder die Jugendliche enthalten, sollte er oder sie in krisenhafte Zustände geraten. Unter Anderem ist hier Ziel, nichtselbstschädigende Methoden zu erlernen, um o.g. Zustände zu beenden. Diese können sowohl den Einsatz bestimmter Skills in einer festgelegten Reihenfolge beinhalten, als auch aus einer bestimmten Abfolge bestimmter Tätigkeiten bestehen.

Eine Hauptaufgabe für den Bezugsbetreuer und den oder die Betreute besteht darin, krisenauslösende Faktoren (Trigger) zu finden, sie zu erkennen und zu erlernen, was, zu welchem Zeitpunkt helfen kann. Dafür ist oft wichtig, dass nach Krisen analysiert wird, was im Vorweg passiert ist. Hierfür bedienen wir uns oft Verhaltensanalysen, die die Situation im Nachhinein beleuchten und die gemeinsam mit dem oder der BezugsbetreuerIn ausgewertet werden.